häppchenweise Jean Paul

  Laut Sophie Rollwenzel aß Jean Paul am liebsten Kartoffeln, laut Schiller Unmengen an Kraut. Geräucherter Sausack, Süßspeisen, Kaffee und Bier standen auch in seiner Gunst.

  Mein Anliegen sind jedoch nicht die Essgewohnheiten Jean Pauls, sondern eine "häppchenweise" Steigerung seines Bekanntheitsgrades über die vielen Gerichte, die er in seinen Romanen beschrieben hat. Kraut, Klöße und Bratwürste kennt und kocht jeder- aber gestiefelte Mandelköche, Katzendreck und Himmelsbrot - wer kann das schon gepaart mit einem Stück deutscher Literatur bieten: das Fichtelgebirge.

Küche im Wandel

  Kochen und Essen war zu Jean Pauls Lebzeiten das Lieblingsthema des Bürgertums. Kochen stieg zur zelebrierten Kunst auf, Essen war heiliger Ernst.

  Die „Globalisierung“ war in vollem Gange. Von der Orange über Zimt bis Ingwer, Zucker und Kaffee, man kannte alles und – liebte es anders zu sein. Die Kartoffel war auf dem Siegeszug und löste Getreide als Volkssattmacher ab. Nach Überwindung des Hungers setzte beim Bürgertum bereits ein Gesundheits- und Figurbewusstsein vergleichbar dem unserer Zeit ein. Die Tischkultur und esssitten wandelten sich komplett zu dem, was wir heuite noch kennen und zelebrieren.

  JP hat durch seinen kometenhaften Aufstieg die Palette allen Essens kennengelernt. Von der ärmlichen Suppenküche seiner Mutte  bis zu den königlichen Prunktafeln bei Hofe war ihm nichts fremd.  Er nimmt die Themen genussvoll aufs Korn: das ist nicht immer appetitlich, aber köstlich.

 

 

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